Home Assistant auf Proxmox installieren – als VM mit allen Add-ons

Home Assistant auf Proxmox installieren – als VM mit allen Add-ons
Foto: panumas nikhomkhai / Pexels

Home Assistant auf einem Raspberry Pi ist ein guter Start. Sobald aber noch Pi-hole, Paperless oder ein paar Docker-Container dazukommen sollen, lohnt sich ein kleiner Server mit Proxmox VE. Bei mir läuft Home Assistant OS genau so: als virtuelle Maschine auf einem Mini-PC, direkt neben den anderen Diensten. In dieser Anleitung zeige ich beide Wege zur Installation – per Skript in zwei Minuten oder Schritt für Schritt von Hand – und was du danach unbedingt einstellen solltest.

Kurzantwort

Lade das offizielle Image haos_ova-…qcow2.xz herunter, lege in Proxmox eine VM mit UEFI (OVMF), Maschinentyp q35, 2 Kernen und 4 GB RAM an, importiere das Image als Festplatte und starte die VM. Nach ein paar Minuten ist Home Assistant unter http://homeassistant.local:8123 erreichbar. Schneller geht es mit dem Community-Skript (siehe Weg 1).

Warum Home Assistant OS als VM – und nicht als Container?

Home Assistant gibt es auch als Docker-Container („Container“-Installation). Dann fehlen aber die Add-ons (z. B. Zigbee2MQTT, ESPHome, Cloudflared) und die eingebauten Backups samt Updates per Klick. Mit Home Assistant OS in einer VM bekommst du den vollen Funktionsumfang – und Proxmox obendrauf:

  • Snapshots vor Updates: Geht ein Home-Assistant-Update schief, ist der alte Stand in Sekunden zurück.
  • Nächtliche Backups der ganzen VM, z. B. mit dem Proxmox Backup Server.
  • Ein Gerät für alles: Pi-hole, Docker-Dienste und Home Assistant teilen sich die Hardware, statt drei Raspberry Pis zu betreiben.

Was du brauchst

  • Einen Rechner mit installiertem Proxmox VE (8 oder 9). Ein gebrauchter Mini-PC wie Lenovo ThinkCentre Tiny, HP EliteDesk Mini oder Dell OptiPlex Micro reicht völlig.
  • Für Home Assistant selbst: 2 CPU-Kerne, 4 GB RAM, 32 GB Speicher. Mit vielen Add-ons dürfen es 6 GB RAM sein – so ist es bei mir eingestellt.
  • Optional einen Zigbee- oder Z-Wave-USB-Stick, den du später an die VM durchreichst.

Weg 1: Installation per Community-Skript

Die Community pflegt unter community-scripts.github.io/ProxmoxVE Installationsskripte für viele Dienste, darunter „Home Assistant OS“. Auf der Seite des Skripts steht ein einzeiliger Befehl, den du in der Shell des Proxmox-Hosts (im Webinterface: Rechenzentrum → dein Knoten → Shell) einfügst. Das Skript fragt ein paar Einstellungen ab, lädt das aktuelle Image und legt die VM fertig an.

Mein Rat: Kopiere den Befehl immer direkt von der offiziellen Seite und nicht aus Foren oder Videos. Du führst damit ein Skript als root auf deinem Server aus – wer vorsichtig ist, öffnet es vorher im Browser und liest kurz rein. Wer verstehen will, was dabei passiert, nimmt Weg 2.

Weg 2: Schritt für Schritt von Hand

1. Image herunterladen

Die Images liegen auf GitHub unter home-assistant/operating-system/releases. Du brauchst die Datei haos_ova-<Version>.qcow2.xz. Am einfachsten lädst du sie direkt in der Proxmox-Shell herunter und entpackst sie (Versionsnummer durch die aktuelle ersetzen):

cd /tmp
wget https://github.com/home-assistant/operating-system/releases/download/<Version>/haos_ova-<Version>.qcow2.xz
unxz haos_ova-<Version>.qcow2.xz

2. VM anlegen

Im Webinterface oben rechts auf „Erstelle VM“ klicken und Folgendes einstellen:

  • Allgemein: Name z. B. haos, „Beim Booten starten“ später aktivieren. Merke dir die VM-ID (z. B. 104).
  • OS: „Kein Medium verwenden“.
  • System: Maschine q35, BIOS OVMF (UEFI), EFI-Disk auf deinem Speicher anlegen und „Pre-Enroll keys“ abwählen – sonst verweigert Secure Boot den Start. Haken bei „QEMU Agent“ setzen.
  • Festplatten: Die vorgeschlagene Disk mit dem Papierkorb-Symbol entfernen – wir importieren gleich das Image.
  • CPU: 2 Kerne, Typ host.
  • Speicher: 4096 MB (oder mehr).
  • Netzwerk: Bridge vmbr0, Modell VirtIO.

Die VM noch nicht starten.

3. Image als Festplatte importieren

Wieder in der Proxmox-Shell – VM-ID und Speichername (local-lvm ist der Standard) anpassen:

qm disk import 104 /tmp/haos_ova-<Version>.qcow2 local-lvm

Danach taucht in der VM unter Hardware eine „Nicht verwendete Disk“ auf. Doppelklick → Bus SCSI → Hinzufügen. Anschließend die Disk über „Disk-Aktion → Größe ändern“ auf mindestens 32 GB vergrößern – das Image selbst ist deutlich kleiner.

4. Boot-Reihenfolge setzen und starten

Unter Optionen → Boot-Reihenfolge die neue Disk (scsi0) aktivieren und nach oben schieben. Jetzt die VM starten. In der Konsole siehst du den Startvorgang; am Ende zeigt Home Assistant OS seine IP-Adresse an.

Der erste Start dauert bis zu 20 Minuten, weil Home Assistant sich einrichtet. Danach erreichst du es unter http://homeassistant.local:8123 oder http://<IP>:8123. Klappt das nicht, hilft mein Artikel Home Assistant aufrufen. Die weitere Einrichtung (Benutzer, Standort, erste Geräte) ist dieselbe wie auf jeder anderen Hardware und steht in der Einsteiger-Anleitung.

Nach der Installation: diese Einstellungen lohnen sich

Autostart

VM → Optionen → „Beim Booten starten“ auf Ja. Sonst bleibt nach einem Stromausfall das ganze Smart Home dunkel, bis du von Hand startest.

Feste IP-Adresse

Ich lasse alle VMs per DHCP laufen und reserviere die Adresse im Router (FRITZ!Box: Heimnetz → Netzwerk → Gerät bearbeiten → „Immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen“). Das ist einfacher als eine feste IP in Home Assistant und überlebt jede Neuinstallation.

Zigbee-Stick durchreichen

VM → Hardware → Hinzufügen → USB-Gerät → „Use USB Vendor/Device ID“ und den Stick aus der Liste wählen. Über die Hersteller-ID statt über den Port bleibt die Zuordnung erhalten, auch wenn du den Stick umsteckst. Danach die VM einmal komplett herunterfahren und neu starten (ein Neustart aus Home Assistant heraus reicht nicht). Wie es dann weitergeht, steht im Artikel zum Sonoff Zigbee Dongle Plus und im Zigbee-Leitfaden.

Tipp: Häng den Stick an ein USB-2.0-Verlängerungskabel, weg vom Gehäuse. USB-3-Ports und das Metallgehäuse eines Mini-PCs stören den Zigbee-Funk spürbar.

Backups: Proxmox und Home Assistant kombinieren

Bei mir sichert Proxmox jede Nacht die komplette VM im Modus Snapshot auf einen Backup-Server – Home Assistant läuft dabei weiter. Damit ist das ganze System in einem Schritt zurückholbar. Zusätzlich lohnen sich die eingebauten Home-Assistant-Backups (Einstellungen → System → Backups), weil du daraus auch einzelne Add-ons oder die Konfiguration auf neuer Hardware wiederherstellen kannst. Vor größeren Home-Assistant-Updates mache ich außerdem einen Snapshot der VM (VM → Snapshots → Snapshot erstellen) – und lösche ihn ein paar Tage später wieder, damit der Speicher nicht vollläuft.

Häufige Probleme

  • VM startet nur bis zur UEFI-Shell: Die Disk steht nicht in der Boot-Reihenfolge, oder Secure Boot ist aktiv. Boot-Reihenfolge prüfen bzw. EFI-Disk ohne „Pre-Enroll keys“ neu anlegen.
  • „No bootable device“: BIOS steht auf SeaBIOS statt OVMF. Home Assistant OS braucht UEFI.
  • Keine IP-Adresse: Netzwerk-Bridge prüfen (vmbr0) und ob der Router die VM in der Geräteliste zeigt.
  • Speicher läuft voll: Alte Snapshots und alte Home-Assistant-Backups löschen. Thin-Provisioning in local-lvm verleitet dazu, mehr zu vergeben, als da ist.

Fazit

Home Assistant OS als VM auf Proxmox ist für mich die beste Mischung: voller Funktionsumfang mit Add-ons, dazu Snapshots und Backups der ganzen Maschine, und auf derselben Hardware laufen noch weitere Dienste. Der Einstieg kostet einmal eine Stunde – danach ist jedes Update deutlich entspannter, weil der Weg zurück nur ein Klick ist.

Jonas Intfeld

Geschrieben von Jonas Intfeld

Ich betreibe Home Assistant als VM auf Proxmox, daneben Paperless, n8n und Pi-hole – und schreibe hier auf, was sich bei mir bewährt hat. Mehr über mich

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