Shelly Pro 4PM in Home Assistant einbinden – 4 Verbraucher überwachen und steuern

Shelly Pro 4PM in Home Assistant einbinden – 4 Verbraucher überwachen und steuern
Foto: Ed Harvey / Pexels

Vier Stromkreise überwachen, schalten und dabei noch den Energieverbrauch im Blick behalten – der Shelly Pro 4PM ist genau das richtige Gerät dafür. Er passt in die Hutschiene im Verteilerkasten, bringt vier unabhängige Kanäle mit und misst dabei den Verbrauch jedes einzelnen Verbrauchers. Mit Home Assistant lässt sich das Ganze dann wirklich clever automatisieren. Wie du den Shelly Pro 4PM einrichtest und was damit alles möglich ist, zeigen wir dir in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Was ist der Shelly Pro 4PM?

Der Shelly Pro 4PM ist ein WLAN- und LAN-fähiger Schaltaktor für die Hutschiene mit vier unabhängigen Kanälen. Jeder Kanal kann bis zu 16 A schalten und misst gleichzeitig Spannung, Stromstärke, Wirkleistung und Energieverbrauch. Das macht ihn ideal für den Einsatz im Sicherungskasten – zum Beispiel für Steckdosenkreise, Beleuchtungsgruppen oder Heizungssteuerung.

Im Vergleich zum kleinen Bruder Shelly 1PM bietet der Pro 4PM einige Vorteile:

  • Vier Kanäle in einem Gerät
  • Hutschienenmontage (DIN-Rail)
  • LAN-Anschluss zusätzlich zu WLAN – deutlich stabiler
  • Unterstützung für Modbus und MQTT
  • Display zur lokalen Anzeige von Messwerten

🛒 Empfohlene Produkte

* Affiliate-Link – für dich entstehen keine Mehrkosten.

Shelly Pro 4PM in Home Assistant einbinden

Es gibt zwei empfohlene Wege, den Shelly Pro 4PM mit Home Assistant zu verbinden: über die native Shelly-Integration oder über MQTT. Wir zeigen dir den einfachsten Weg – die offizielle Integration, die ohne zusätzlichen Broker auskommt.

Voraussetzungen

  • Home Assistant (aktuell, mindestens Version 2023.x empfohlen)
  • Shelly Pro 4PM im gleichen Netzwerk wie Home Assistant
  • Shelly-Gerät bereits mit dem WLAN oder per LAN-Kabel verbunden

Schritt 1: Gerät ins Netzwerk bringen

Wenn du den Shelly Pro 4PM das erste Mal einschaltest, öffnet er einen eigenen WLAN-Hotspot. Verbinde dich mit deinem Smartphone oder Laptop mit diesem Netz (Name beginnt mit „ShellyPro4PM-…“) und öffne die IP-Adresse 192.168.33.1 im Browser. Dort kannst du dein Heimnetzwerk auswählen und das WLAN-Passwort eingeben – oder alternativ ein LAN-Kabel anschließen und über DHCP eine IP beziehen lassen.

Sobald das Gerät im Netzwerk ist, erreichst du die Weboberfläche über die zugewiesene IP-Adresse. Dort lässt sich auch ein Name vergeben, was die spätere Zuordnung in Home Assistant erleichtert.

Schritt 2: Shelly-Integration in Home Assistant hinzufügen

Home Assistant erkennt Shelly-Geräte im lokalen Netzwerk in der Regel automatisch über mDNS. So gehst du vor:

  • Öffne Einstellungen → Geräte & Dienste
  • Klicke auf Integration hinzufügen
  • Suche nach „Shelly“ und wähle die Integration aus
  • Home Assistant scannt das Netzwerk – der Pro 4PM sollte automatisch erscheinen
  • Bestätige die Einrichtung und vergib ggf. einen Bereich (z. B. „Keller“ oder „Verteilerkasten“)

Falls das Gerät nicht automatisch gefunden wird, kannst du die IP-Adresse auch manuell eingeben. Danach tauchen im Home Assistant alle vier Kanäle als eigene Entitäten auf.

Schritt 3: Entitäten überprüfen

Nach der Einrichtung findest du unter Einstellungen → Geräte & Dienste → Shelly dein Gerät. Pro Kanal stehen dir folgende Entitäten zur Verfügung:

  • Switch: Zum Ein- und Ausschalten des Kanals
  • Leistung (W): Aktuelle Wirkleistung
  • Energie (kWh): Kumulierter Verbrauch
  • Spannung (V) und Stromstärke (A)
  • Temperatur: Gerätetemperatur zur Überwachung

Gib den Entitäten sprechende Namen – zum Beispiel „Waschmaschine“, „Gefrierschrank“, „Werkstatt Steckdosen“ – damit du später bei Automatisierungen nicht rätseln musst, was Kanal 3 ist.

Energiemessung im Energiedashboard

Einer der größten Vorteile des Shelly Pro 4PM ist die präzise Energiemessung. Home Assistant kann diese Daten direkt ins Energiedashboard integrieren.

So fügst du die Verbrauchsdaten hinzu:

  • Gehe zu Einstellungen → Dashboards → Energie
  • Unter „Einzelne Geräte“ auf Gerät hinzufügen klicken
  • Die kWh-Entität des jeweiligen Kanals auswählen
  • Schritt für alle vier Kanäle wiederholen

Danach siehst du im Energiedashboard, wie viel Strom jeder deiner vier Verbraucher täglich, wöchentlich oder monatlich verbraucht. Gerade für Geräte wie Waschmaschine oder Gefrierschrank ist das sehr aufschlussreich.

Automatisierungen mit dem Shelly Pro 4PM

Mit den Messdaten lassen sich richtig clevere Automatisierungen bauen. Hier ein paar Ideen:

Gerät bei Übertemperatur abschalten

Der Shelly Pro 4PM meldet seine eigene Gehäusetemperatur. Du kannst eine Automatisierung erstellen, die alle Kanäle ausschaltet, wenn die Temperatur einen kritischen Wert überschreitet – zum Schutz des Geräts und der Installation.

Waschmaschine fertig – Benachrichtigung senden

Klassiker: Sobald die Waschmaschine unter eine bestimmte Wattzahl fällt (z. B. unter 5 W), ist der Waschgang beendet. Eine Automatisierung sendet dann eine Benachrichtigung auf dein Handy.

„`yaml
trigger:
– platform: numeric_state
entity_id: sensor.waschmaschine_power
below: 5
for: „00:02:00“
action:
– service: notify.mobile_app_dein_handy
data:
message: „Die Wäsche ist fertig!“
„`

Nachtmodus – unnötige Verbraucher abschalten

Erstelle eine Automatisierung, die um 23 Uhr bestimmte Kanäle deaktiviert – zum Beispiel die Steckdosenleiste im Büro oder die Werkstattbeleuchtung. So sparst du Standby-Strom und musst nicht mehr daran denken.

Lastmanagement im Haushalt

Wenn du eine Photovoltaikanlage hast, kannst du gezielt Verbraucher einschalten, sobald genügend Solarstrom vorhanden ist. Der Shelly Pro 4PM liefert die nötigen Echtzeitdaten, um Entscheidungen auf Basis der aktuellen Leistung zu treffen.

MQTT als Alternative für Fortgeschrittene

Wer mehr Kontrolle möchte oder die native Integration aus irgendwelchen Gründen nicht nutzen kann, bindet den Shelly Pro 4PM über MQTT ein. Dazu aktivierst du MQTT in der Shelly-Weboberfläche unter Settings → MQTT, trägst die Broker-Adresse ein und gibst Nutzername sowie Passwort an.

In Home Assistant richtest du dann einen MQTT-Sensor oder verwendest die automatische MQTT-Discovery, die Shelly ebenfalls unterstützt. Der Vorteil: Kürzere Reaktionszeiten und mehr Flexibilität bei der Konfiguration. Der Nachteil: Etwas mehr Einrichtungsaufwand und ein laufender MQTT-Broker (z. B. Mosquitto als Add-on).

Tipps für den Alltag

  • LAN statt WLAN nutzen: Wenn möglich, schließ den Shelly Pro 4PM per Netzwerkkabel an. Die Verbindung ist stabiler und du entlastest dein WLAN.
  • Firmware aktuell halten: Shelly liefert regelmäßig Updates mit neuen Funktionen und Bugfixes. Du kannst Updates direkt aus der Home Assistant Shelly-Integration anstoßen.
  • Kanäle sinnvoll benennen: Sprechende Namen in der Shelly-App und in Home Assistant erleichtern die Verwaltung erheblich – vor allem wenn mehrere Geräte im Einsatz sind.
  • Loggingintervall anpassen: Im Energiedashboard werden Daten standardmäßig stündlich zusammengefasst. Für detailliertere Auswertungen kannst du den Recorder in Home Assistant entsprechend konfigurieren.
Nach oben scrollen